Staplerschein machen: Ablauf, Dauer und Voraussetzungen
Wer den Staplerschein machen will, durchläuft einen theoretischen und einen praktischen Teil und schließt mit einer Prüfung ab. Grundlage ist der DGUV Grundsatz 308-001.

Die kurze Antwort: Wer den Staplerschein machen will, durchläuft einen theoretischen und einen praktischen Teil und schließt mit einer Prüfung ab. Grundlage ist der DGUV Grundsatz 308-001. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 18 Jahren, die körperliche und geistige Eignung sowie die Zuverlässigkeit für die Tätigkeit.
Nach bestandener Ausbildung folgt ein Schritt, der oft vergessen wird: die schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber. Erst damit darf gefahren werden.
Welche Voraussetzungen gelten für den Staplerschein?
Mindestalter 18 Jahre. So steht es in § 7 Abs. 1 DGUV Vorschrift 68. Ein pauschales „ab 16“ für das Staplerfahren gibt es dort nicht. Auszubildende dürfen nur ausnahmsweise früher an das Gerät: soweit es für ihr Ausbildungsziel erforderlich ist und unter Aufsicht eines Fachkundigen (§ 22 Jugendarbeitsschutzgesetz).
Körperliche und geistige Eignung. Dazu gehören ausreichendes Sehvermögen, Hörvermögen und Reaktionsfähigkeit. Der Arbeitgeber muss sich davon überzeugen. Dabei wird oft zweierlei vermischt. Eine arbeitsmedizinische Vorsorge nach der ArbMedVV dient der Beratung des Beschäftigten und umfasst ausdrücklich „nicht den Nachweis der gesundheitlichen Eignung“ (§ 2 Abs. 1 Nr. 5 ArbMedVV). Die frühere Untersuchung nach „G 25“ ist auch nicht pauschal Pflicht. Die DGUV hat ihre Grundsätze dafür durch die „DGUV Empfehlungen für arbeitsmedizinische Beratungen und Untersuchungen“ ersetzt.
Zuverlässigkeit. Die Person muss die Aufgabe verantwortungsbewusst ausführen können.
Einen Führerschein für die Straße braucht es für den innerbetrieblichen Einsatz nicht. Wer den Stapler im öffentlichen Verkehrsraum bewegt, benötigt die entsprechende Fahrerlaubnis.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Theoretischer Teil. Rechtliche Grundlagen, Aufbau und Bauarten von Flurförderzeugen, Standsicherheit und Lastdiagramm, Betriebsanweisung, Verhalten im Betrieb, tägliche Einsatzprüfung, Umgang mit Gefahrensituationen.
Praktischer Teil. Fahren, Aufnehmen und Absetzen von Lasten, Stapeln, Verhalten an Engstellen und Rampen, Einweisung am konkreten Gerät. Der praktische Teil findet am Gerät statt, je nach Anbieter an einem Schulungsstandort oder im eigenen Betrieb.
Prüfung. Theoretischer Test und praktische Fahrprüfung.
Beauftragung. Für Stapler mit Fahrersitz oder Fahrerstand schreibt § 7 Abs. 1 DGUV Vorschrift 68 vor: „Der Auftrag muss schriftlich erteilt werden.“ Er belegt im Betrieb die Fahrberechtigung, nicht die Ausbildungsbescheinigung allein. Für Mitgänger-Geräte wie Deichselstapler oder elektrische Hubwagen gilt das nicht: Dort genügt, dass die Person geeignet und in der Handhabung unterwiesen ist (§ 7 Abs. 2).
Wie lange dauert der Staplerschein?
Eine feste Dauer gibt es nicht. Sie hängt vor allem von den Vorkenntnissen ab. Aufgebaut ist die Ausbildung aus zwei Teilen: einer Theoriephase und dem Praxisteil am Gerät. Der theoretische Teil lässt sich im E-Learning bearbeiten, was den Ablauf flexibler macht: Die Bearbeitung kann in ruhige Phasen gelegt und unterbrochen werden.
Der praktische Teil ist zeitlich gebunden, weil er am Gerät stattfindet. Sein Umfang hängt von den Vorkenntnissen ab.
Kommen betriebsspezifische Besonderheiten hinzu – Anbaugeräte, besondere Lastarten, enge Regalgassen –, verlängert sich die Einweisung entsprechend.
Nach der Ausbildung: die jährliche Unterweisung
Der Staplerschein läuft nicht ab: Der DGUV Grundsatz 308-001 nennt kein Ablaufdatum. Was wiederholt werden muss, ist die Unterweisung. Wörtlich heißt es in § 4 Abs. 1 DGUV Vorschrift 1, sie „muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens aber einmal jährlich erfolgen; sie muss dokumentiert werden“.
Jährlich ist also die Untergrenze, nicht der Turnus. Zusätzlich fällig wird sie bei Anlass: bei einem neuen Gerät, einem Tätigkeitswechsel, nach einem Vorfall oder nach längerer Abwesenheit vom Gerät. Ein Betrieb, der nur einmal im Jahr abhakt, ist genau der Fall, der bei einer Begehung beanstandet wird.
Diese Unterweisung ist zu dokumentieren: Datum, Inhalt und die Namen der Unterwiesenen. Bei einer Begehung wird sie regelmäßig geprüft, und sie fehlt häufiger als der Ausbildungsnachweis selbst. Mehr zu Stufen, Gültigkeit und Unterweisung steht im Ratgeber Gabelstaplerschein: Stufen, Gültigkeit und jährliche Unterweisung.
Bedienen und Prüfen sind zwei Dinge
Der Staplerschein berechtigt zum Fahren. Er berechtigt nicht dazu, die jährliche technische Prüfung des Staplers durchzuführen. Dafür braucht es eine befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung.
Betriebe, die beides brauchen, sollten das gemeinsam planen. Die Qualifikationen sind getrennt, die Zielgruppe im Betrieb ist oft dieselbe.
Häufige Fragen
Braucht man für den Staplerschein einen Führerschein? Für den innerbetrieblichen Einsatz nicht. Wer den Stapler im öffentlichen Verkehrsraum bewegt, benötigt die entsprechende Fahrerlaubnis.
Ab welchem Alter kann man den Staplerschein machen? Ab 18 Jahren (§ 7 Abs. 1 DGUV Vorschrift 68). Auszubildende dürfen nur ausnahmsweise früher an das Gerät: soweit es für ihr Ausbildungsziel erforderlich ist und unter Aufsicht eines Fachkundigen (§ 22 Jugendarbeitsschutzgesetz).
Kann man die Theorie online machen? Ja, der theoretische Teil lässt sich im E-Learning bearbeiten und unterbrechen. Der praktische Teil findet am Gerät statt. Bei Learnhow | Akademie ist das ein Praxis-Seminar in Havixbeck bei Münster oder auf Wunsch inhouse im Betrieb.
Reicht die Ausbildungsbescheinigung, um fahren zu dürfen? Nein. Bei Staplern mit Fahrersitz oder Fahrerstand muss der Arbeitgeber den Fahrer schriftlich beauftragen (§ 7 Abs. 1 DGUV Vorschrift 68). Bei Mitgänger-Geräten genügen Eignung und Unterweisung.
Was muss nach der Ausbildung jährlich wiederholt werden? Die Unterweisung, mindestens einmal jährlich und zusätzlich bei Anlass (§ 4 Abs. 1 DGUV Vorschrift 1). Sie frischt die Kenntnisse auf, geht auf Veränderungen im Betrieb ein und ist zu dokumentieren.
Die Ausbildung bei Learnhow | Akademie
Learnhow | Akademie bildet Bediener von Flurförderzeugen nach DGUV Grundsatz 308-001 aus. Die Selbstlernphase im E-Learning steht sofort nach dem Kauf zur Verfügung und lässt sich im eigenen Tempo bearbeiten. Danach folgt das Praxis-Seminar am Gerät, in Havixbeck bei Münster oder auf Wunsch inhouse im Betrieb. Der Preis liegt bei 250 Euro netto pro Teilnehmendem (297,50 Euro brutto).
Nach bestandenem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein personalisiertes Teilnahmezertifikat, das digital verifizierbar ist. Vor Abschluss des E-Learnings ist die Stornierung kostenfrei.
Wenn Sie die Ausbildung für Ihren Betrieb planen, finden Sie Preis, Inhalte und Buchung auf der Produktseite.
→ Ausbildung zum Gabelstaplerfahrer
→ Was kostet der Staplerschein?
Stand: 24. September 2026. Maßgeblich sind die geltenden Vorschriften und die Anforderungen aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung.
Weitere Ratgeber

Gabelstaplerschein: Stufen, Gültigkeit, Unterweisung

Was kostet der Baggerschein?

Was kostet der Staplerschein?
Alle Schulungen ansehen
15 Schulungen in den Kategorien UVV-Prüfer, Bediener, Verkehrssicherung und Ausbilder.

